Gründe und Trägerschaft
Die Beweggründe _ Die Gründungsmitglieder bezwecken die Förderung der Behandlungsqualität in der Implantationsmedizin. Der Nutzen eines nationalen Implantatregisters ist unbestritten. Es dient in erster Linie der Qualitätssicherung der Leistungserbringer, d.h. den Ärzten und Spitälern, und damit der Patientensicherheit. Durch die grosse Anzahl von Vergleichsdaten können die Leistungserbringer Produkte- oder Verfahrensfehler frühzeitig erkennen und damit Haftungsansprüche sowie Reputationsschäden abwenden. Zudem können die Spitäler ihre Qualität im Vergleich zu anderen Spitälern im Sinne eines Benchmarkings messen und ausweisen. Auch für die Wahl der zu verwendenden Implantate gibt das Register mit Aussagen über deren Langzeitverhalten Aufschluss.
Warum ein Register? _ Ein gut funktionierendes Register kommuniziert nützliche Informationen. Eine Erkenntnis die schon lange existiert wie auch Prof. Maurice E. Mülller 1963 erwähnte: «Documentation is considered as indespensable for surgeon self-assessment and evaluation of value of the various surgical methods.»
Qualitätsmanagement _ Für die Bewertung der Qualität von Behandlung und Implantaten
Verbesserung fördern _ Vergleich der eigenen Daten mit denen des Vorjahres oder der Referenzgruppe
Sicherheit gewährleisten _ Kontrollsystem im Falle behördlicher Überprüfung oder Rückrufaktionen
Patientenberatung _ Aufzeigen evidenz-basierter Therapiemöglichkeiten
Kosten-Nutzen Vergleiche _ Generieren wertvoller Daten für den Vergleich von Behandlungskosten und Ergebnis
Frühwarnsystem _ Warnung bei Implantatversagen und Aufzeigen von Trends (negative und positive)
Zeitersparnis _ Schneller und einfacher Zugriff auf Übersichtsdaten der eigenen chirurgischen Tätigkeit
Die Trägerschaft _ Im August 2007 haben die Schweizerische Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie SGOT, der Dachverband der Schweizerischen Handels- und Industrievereinigungen der Medizinaltechnik FASMED und SantéSuisse, Verband der Schweizerischen Krankenversicherer, die gemeinnützige "Stiftung für Qualität in der Orthopädie" gegründet, die in der Folge das schweizerische Implantat-Register SIRIS aufgebaut hat. Dabei konnte die Stiftung von der langjährigen Forschungsarbeit des Instituts für Evaluative Forschung in der Medizin IEFM der Universität Bern, unter der Leitung von Prof. Max Aebi, profitieren. Im Juli 2008 hat die Stiftung ihren Namen und Zweck geöffnet: Als "Stiftung für Qualitätssicherung in der Implantationsmedizin" kann sie fortan auch Implantate aus anderen Fachrichtungen im SIRIS registrieren. Es haben bereits diverse Ärztefachverbände ihr Interesse angemeldet.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG begrüsst die Einführung des Registers. Trotzdem ist SIRIS als typische Schweizer Lösung ohne behördlichen Zwang, in freiwilliger Zusammenarbeit aller Beteiligten entstanden.